Lothar Kahn

Lothar KahnWer war Lothar Kahn?

Der 1922 geborene Lothar Kahn war der Sohn des jüdischen Kaufmanns Gustav Kahn in Rehlingen. Hier verlebte er einen Großteil seiner Kindheit, bis er mit seiner Familie aufgrund der nationalsozialistischen Diktatur im Jahre 1935 erst nach Luxemburg  und 1937 in die USA emigrierte. Als Professor für Literatur und neuere Sprachen lehrte er bis zu seinem Tod im Jahre 1990 an der Central Connecticut State University.

Dabei zeichnete er sich durch seine versöhnliche Haltung bezüglich des deutsch-jüdischen Verhältnisses aus, was sich auch in seinen Schriften, den Besuchen mit seinen Studenten in Rehlingen und der Verleihung des Ehrendoktortitels der Universität Frankfurt widerspiegelt.

Weshalb trägt deine Schule diesen Namen?

Lothar Kahn ist ein Teil der Geschichte der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, Humanist und Vermittler zwischen den Kulturen. Auch wir sind an einem toleranten und freundschaftlichen Zusammenleben interessiert.

Erfahrungen von damals nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, um das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher  Herkunft, Religion und Interessen heute und in Zukunft zu fördern, ist für uns ein wichtiges Ziel. Auch wir als Schule wollen uns für Toleranz und Menschlichkeit stark machen, so wie Lothar Kahn es selbst vorbildhaft getan hat.

Wie geht die Lothar-Kahn-Schule mit Ihrem Auftrag um?

Für uns als Lothar-Kahn-Schule sind die Erinnerung an die schlimmen Ereignisse sowie die Frage, wie Verantwortung übernommen werden kann wesentlicher Bestandteil unseres Selbstverständnisses. Mit dem Beitritt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sind wir die Selbstverpflichtung eingegangen, gegen jegliche Form von Diskriminierung vorzugehen. Es ist uns ein ernstes Anliegen, allen unseren Schülern ein tieferes Verständnis für die geschichtlichen Ereignisse, vor allem in unserer Region, zu vermitteln sowie eine gewisse Wachsamkeit für Strömungen, die unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung gefährden.

In Sonderprojekten kümmern wir uns um die Erinnerung an das ehemalige jüdische Leben in unserer Gemeinde. In diesem Zusammenhang sind eine Homepage zur Verlegung der Stolpersteine sowie mehrere Filme entstanden.